Wie soll ich hier hinüber kommen“, fragt Astrid ratlos. Nach wenigen Metern felsigem Abstiegs, spannen sich vor uns drei Stahlseile etwa 20 Meter weit über einen Abgrund, den es mit Hilfe der Seile zu queren gilt. Sie sollten uns an die Flanke eines mächtigen Felsturms bringen, der seiner Form wegen Däumling heißt. „Du hast ähnliche Seilbrücken bei Übungstouren am Kanzianiberg und am Murmel Steig am Falkert problemlos geschafft“, bestärkt Bergführer Sepp Egarter aus Villach die zögernde Astrid. „Geh du zuerst“, sagt er zu mir. Ich stelle meine Schuhe parallel aufs untere Seil, hänge mich mit dem Klettersteigset im mittleren Seil ein und umfasse mit beiden Händen das Seil. „Behutsam, nach vorne gebeugt, mit viel Körperspannung und ohne ruckartige Bewegungen, lässt sich die Brücke gut bewältigen“, beruhigt Sepp die immer noch nicht ganz überzeugte Astrid, während ich mich Richtung Brückenmitte bewege. „Du hast es bald geschafft“, ruft sie mir zu, als die Seile ganz plötzlich beträchtlich in Bewegung geraten. Von Sepp weiß ich, dass es jetzt gilt, ruhig zu bleiben. Mit den Händen am obersten bzw. mittleren Seil, pendle ich aus, baue wieder Körperspannung auf und erreiche problemlos die andere Seite. Mit gleicher Technik bewältigt Astrid die Brücke ganz ohne ins Pendeln zu kommen. Weiter geht es, teils fast senkrecht, gut 50 Höhenmeter auf die Spitze des Däumlings. Der mächtige Felsturm ist Namensgeber des prächtigen Klettersteigs am Gartnerkofel (2.195 m) am Nassfeld. Wir rasten kurz und genießen den Rundumblick, den man von der Spitze des Däumlings aufs Nassfeld mit Rosskofel (2.240 m) im Süd- und Trogkofel (2.280 m) im Nordwesten hat.
Weiter geht es über eine Felsstufe hinunter zu einer längeren Seilbrücke mit noch mehr Tiefblick. Trotzdem ist sie ihrer Bauart wegen leichter bewältigbar als die erste. Wieder am Fels geht es teils ausgesetzt, teils fast senkrecht weitere 100 Höhenmeter bergwärts. Zwei kurze Seilbrücken und das erdig-rutschige Schlussstück später ist der legendäre Däumling geschafft. „Ohne deine Hilfe hätte ich mich nie über die erste Brücke gewagt“, sagt Astrid, während sie den verdutzten Sepp spontan umarmt. Voller Glücksgefühl wandern wir am Normalweg auf den nahen Gipfel des Gartnerkofel, ehe wir hungrig zur Watschiger Alm absteigen. Dort wird der original Gailtaler Almkäse hergestellt. Zusammen mit würzigem Gailtaler Speck und zum Niederknien gutem Bauernbrot findet unser Bergtag einen köstlichen Abschluss.


Wandern und Klettersteige in Kombination
Käse und Speck genießend blicken wir auf die gegenüberliegende Seite des Nassfelds. Dorthin, wo via Winkelturm Ostgrat ein ausgesetzter, nicht sehr steiler Klettersteig verläuft. Ihn haben wir am Vortag mit dem Gailtaler Bergführer Harald Assinger als Teil unserer Tour auf den Rosskofel bewältigt. „Über den Winkelturm Ostgrat gelangt man, unterbrochen von Klettersteig-Abstiegspassagen und nicht gesicherten Wegteilen, auf den zweithöchsten Berg des Nassfelds“, beschreibt Assinger die Tour auf den monumentalen Rosskofel. Besonders eindrucksvoll ist dessen mehrere Fußballfelder großes Alm-Gipfelplateau auf etwa 2.200 Metern. „Wunderschön – hier wäre ich ohne Klettersteig nie hergekommen“, ist Astrid begeistert. Ähnliches gilt für Trogkofel, den höchsten der Big-3 des Nassfelds. Der schönste Weg auf den riesigen, unerreichbar wirkenden Felsblock führt vom Karnischen Höhenweg aus über den italienischen Crete Rosse Klettersteig Richtung Gipfel.
„Hauptmotivation vieler unserer Kunden, einen Klettersteigkurs zu besuchen ist der Wunsch, Touren machen zu können, die ohne Klettersteig gar nicht oder nur mit viel längeren Wegstrecken möglich wären“, begründet Sepp Egarter den anhaltenden Klettersteigboom. Seine Alpinschule 4-Jahreszeiten bietet Einsteiger- und Fortgeschrittenenkurse am Kanzianiberg nahe Villach an. „Ein Nebeneffekt des Klettersteigtrainings ist, dass man sich auch abseits von Klettersteigen trittsicherer bewegt, was bei jeder Art von Wanderung hilfreich ist“, weiß der Alpinprofi. Diese Sicherheit vermittelnde, Spaß maximierende Erfahrung haben auch wir gemacht. Westlich des Nassfelds, von der Zollnerseehütte aus sind Astrid und ich auf den Hohen Trieb (2.199 m) samt relativ leichtem, aber ausgesetzten Dohlen Klettersteig aufgestiegen. „Ich verstehe gar nicht, wieso wir uns hier beim letzten Mal nicht weiter gewagt haben“, lächelt Astrid selbstbewusst am Gipfel stehend.


Einst Kriegssteig heute Klettersteig
„Der Ursprung vieler Klettersteige etwa in den Dolomiten und den Karnischen Alpen ist auf Kriegszeiten zurückzuführen. Speziell im ersten Weltkrieg wurden die Wände mit Stahlseilen versichert, damit sich die Soldaten in alpinen Regionen möglichst unfallfrei bewegen konnten“, erzählt Bergführer Michael Mautz von der Klagenfurter Alpinschule Highlife. Diesbezüglich besonders eindrucksvoll ist der Cellonstollen-Klettersteig. Er wurde im Ersten Weltkrieg in den Berg gehauen. Westlich des Plöckenpasses geht es durch einen 250 Meter langen, nahezu senkrechten Stollen (Stirnlampe!) bergwärts auf die Cellonschulter. Ein zweiter, der Oberst Gresselweg, führt oberirdisch ebenfalls zur Cellonschulter. Um auf den Gipfel des nahen Cellon/Frischenkofel (2.241 m) zu gelangen, kann man zwischen zwei weiteren Klettersteigen, dem Steinbergerweg und dem Weg ohne Grenze (Via ferrata senza confine) wählen. Trotzdem zieht es uns vom Plöckenpass, der noch zahlreiche alpinistische Highlights bieten würde, noch weiter gegen Westen. Dort befindet sich die Hohe Warte (2.780 m), der höchste Gipfel der Karnischen Alpen. Sie ist über den „Weg der 26er“, einen weiteren der ehemaligen Weltkriegs-Klettersteige erreichbar. „Das Wetter sieht für morgen gut aus und der letzte Altschnee ist geschmolzen“, begrüßt uns Helmut Ortner, als wir nach dreistündigem Aufstieg aus dem Lesachtal seine Wolayersee Hütte (1960 m) erreichen. Ortner, Bergführer und Extrembergsteiger (Mount Everest & Co), bewirtschaftet mit seiner Familie die Hütte seit vielen Jahren. Hier am atemberaubend schönen Bergsee übernachten wir. Während Astrid ausschlafen und das alpine Kleinod samt Wanderung auf den Rauchkofel (2460 m) genießen will, planen Helmut und ich Großes. Bei Tagesanbruch brechen wir auf. Kalt, klar und wolkenlos ist dieser Juli-Morgen. Ostwärts geht es am Karnischen Höhenweg Richtung Valentintörl. Bald zweigt Helmut Richtung Süden ab. Im immer felsiger werdenden Gelände erreichen wir den Einstieg des 26er-Klettersteigs auf etwa 2.250 Meter Höhe. „Den schwersten Teil haben wir geschafft“, ruft mir der Bergfex zu, als wir uns nach sehr steilen, teils sehr glatten Felspassagen in einer leichteren Querung befinden. Den Blick gerichtet auf die gewaltigen Nordwände links von uns kommen wir schnell voran. Mit Erreichen des ausgesetzten Gipfelgrats in knapp 2.400 Meter Höhe beginnt der schönste Teil der Tour. Es ist fast windstill, sonnig, dank der Höhe aber nicht heiß. Der Rundumblick ist der Hammer. Im Süden lässt sich die Adria erahnen, im Norden sind die Hohen Tauern samt Großglockner erkennbar. Das Läuten der Gipfelglocke überlässt Helmut mir, ehe wir den südseitigen Abstieg beginnen. Weit, wunderschön und auf teils sehr anspruchsvollen alpinen Steigen marschieren wir via Italien zurück zum Wolayersee. Während Helmut „in die Küche arbeiten geht“, setze ich mich für ein spätes Mittagessen zu Astrid in die Sonne in die Sonne vor der Hütte mit Blick auf den malerischen alpinen See – welch ein Berggenuss!
DIE EXPERTEN
Fünf Experten waren unsere Ansprechpartner und Begleiter (v. li. n. re.):
Harald Assinger | Sepp Egarter | Michi Mautz | Helmut Ortner | Georg Schiechl


INFOS:
Kärntens Top-5 Klettersteig-Regionen
Kärnten ist ein Paradies für Klettersteigfans – für Neueinsteiger ebenso wie für passionierte Könner. Quer durchs Land gibt es attraktive Klettersteige. Einige sind Teil von Klettergärten, etwa am Kanzianiberg oder der Peterlewand in der Region Villach, in Eisenkappel in Südkärnten oder am Danielsberg im Mölltal. Viele fügen sich ein in längere Bergtouren, etwa in den Karnischen Alpen, den Karawanken, den Hohen Tauern, den Nockbergen und der Region Villach. Überdies gibt es talnahe, leicht erreichbare Klettersteige. Aber Achtung – einige davon sind extrem schwierige Sport-Klettersteige (etwa Schlossberg Klettersteig Griffen oder Fallbach Klettersteig Maltatal) und ausschließlich für sehr erfahrene Klettersteiggeher ratsam.
www.touren.kaernten.at – Touren – Klettersteig
www.bergsteigen.com – Touren – Klettersteig – Region (Österreich, Kärnten)
I. Nassfeld – Gailtal – Lesachtal
Klettersteig-Hotspots sind das Nassfeld und der Plöckenpass. Mehrere weitere Klettersteige gibt es hier, etwa im Bereich Zollnerseehütte, im Lesachtal oder schnell erreichbar im Tal (Norbert Schluga Klettersteig Hermagor).
- Nassfeld – Gartnerkofel: Däumling Klettersteig – sehr attraktiv, schwere Seilbrücken, steile Stellen, via Bergstation Gartnerkofelbahn bzw. via Watschiger Alm erreichbar.
- Nassfeld – Winkelturm: Ostgrat – mittelschwerer Klettersteig. Nordwand – extrem schwer, gewaltiger Tiefblick. Weiter auf den Rosskofel: Via Ferrata Enrico Contin ab Contin Scharte.
- Rosskofel: Via Ferrata Enrico Contin von der Winkelalm aus über die Contin Scharte.
- Trogkofel: Crete Rosse Klettersteig – mittelschwer, idealer Weg auf den Gipfel.
- Plöckenpass: „Die vier Klettersteige sind top abgesichert und gehobenes Klettersteig-Level“, betont Bergführer Assinger. Cellonstollen (mit Stirnlampe!), Oberst Gressel Gedenkweg, Weg ohne Grenze, Steinberger Weg. Ziel: Cellon/Frischenkofel (2241 m).
- Wolayersee: „Weg der 26er“ (sehr schwerer, hochalpiner, prächtiger Klettersteig; insgesamt lange Tour) auf die Hohe Warte (2780 m).
www.nassfeld.at | www.koemau.com | www.lesachtal.com
Bergführer:
- Harald Assinger | T +43-664-1119588
- Sepp Szöke | T +43-664-3372967 | sepp.szoeke@gmail.com
II. Villach & Julische Alpen
Die Region Villach – Faaker See – Ossiacher See bietet mit dem Kanzianiberg (österreichweit einzigartige Routenvielfalt) und der Peterlewand zwei Kletter-/Klettersteigübungszentren. Überdies ist es von Villach nicht weit in die Julischen Alpen wo zahllose Klettersteige warten.
- Kanzianiberg südlich von Villach: 25 Klettersteigrouten aller Schwierigkeitsstufen.
- Rotschitza Klamm-Klettersteig: Wildromantischer Klettersteig an einem Bachlauf.
- Peterlewand am Ossiacher See-Nordufer: Kleines, feines Klettersteig-Übungszentrum.
- Villacher Alpen Arena: Klettersteig-Übungsgelände am Stadtrand von Villach.
- Julische Alpen in Italien und Slowenien: Zahlreiche meist hochalpine Klettersteige.
www.visitvillach.at | www.kanzianiberg.com
Bergführer:
Alpinschule 4 Jahreszeiten | Sepp Egarter | www.bergbewegt.at
III. Südkärnten – Karawanken & Lavanttal
In den felsig schroffen Karawanken, dem Grenzgebirge zwischen Kärnten und Slowenien erwarten uns zig prächtige Touren. „Herausragend sind die alpinen Klettersteige in der Koschuta und auf den Hochstuhl“, schwärmt Bergführer Michael Mautz. „In Eisenkappel gibt es Übungsklettersteige von einfach bis sehr schwer. Auch das Lavanttal bietet drei vielversprechende Klettersteige“, weiß Mautz. Zum Klettersteig auf der Petzen reist man gar per Seilbahn an.
- Petzen: Per Kabinenbahn zum Klettersteig – Walter Mory Klettersteig (mittelschwer).
- Eisenkappel: Speedy-Übungsklettersteig, Koschlak- und Türkenkopf-Klettersteig.
- Lavanttal: Drei Areale mit (Übungs-)Klettersteigen – Ruine Rabenstein, Seven Summits Eitweg und Dreifaltigkeit in Lavamünd.
- Lärchenturm und Koschutnikturm: „Ein lässiges alpines Erlebnis – man steigt den Grat hinauf bis auf den Lärchenturm/Lärchenberg (2.080 m), von wo man einen prächtigen Blick auf halb Kärnten hat, geht dann weiter am Grat zum Koschutnikturm (2.138 m) und steigt über den gleichnamigen Klettersteig ab“, beschreibt Mautz eine prächtige, lange Tour, für die es stabiles Wetter braucht.
- Hochstuhl: Attraktiver wie selektiver Klettersteig auf den mit 2.237 m höchsten Gipfel der Karawanken.
Bergführer:
Alpinschule High Life | Michael Mautz | www.highlife.co.at
IV. Hohe Tauern in Kärnten
In der Region, in der sich mit dem Großglockner der höchste Gipfel Österreichs befindet, gibt es attraktive, teils hochalpine Klettersteige. „Es macht einen großen Unterschied, ob man auf einem talnahen oder einem hochalpinen Klettersteig unterwegs ist. Der Höhe muss man gewachsen sein“, warnt der Heiligenbluter Bergführer Georg Schiechl.
- Danielsberg: Teils sehr anspruchsvoller, teils mittelschwerer Übungsbereich in Talnähe im unteren Mölltal.
- Möllschlucht: „Das hinunterstürzende Wasser und die davon ausgehende Gewalt macht den besonderen Reiz dieses Klettersteigs nahe Heiligenblut aus. Je nach Wasserhöhe ist er dramatisch oder beschaulich. Man steigt zuerst einen Weg zum Einstieg hinunter und klettert dann nach oben“, beschreibt Schiechl den teils sehr schweren, nicht für Einsteiger geeigneten Möllschlucht Klettersteig.
- Säuleck (3.086 m): „Der Klettersteig am Säuleck-Nordwestgrat ist eine hochalpine, sehr ausgesetzte, äußert schwierige Tour, die nur sehr erfahrenen Alpinisten zu raten ist“, erklärt Sepp Egarter.
- Hochalmspitze (3.360 m): Detmolder Grat Klettersteig – sehr hochalpin und ausgesetzt, Gletscherquerungen (Randkluftproblem möglich) beim Zu- und Abstieg. „Um die Tour sicher zu bewältigen, muss man sehr alpinerfahren sein und Höhe wie Ausgesetztheit gewohnt sein“, betont der Heiligenbluter Bergführer Schiechl.
www.nationalpark-hohetauern.at
Bergführer:
Georg Schiechl | T +43-664-5211589


V. Nockberge – Millstätter See
Dass es in den lieblichen, rundlichen Nockbergen attraktive Klettersteigmöglichkeiten gibt, überrascht. Die beiden Klettersteige am Falkert sind top. Die Übungsmöglichkeiten am Jungfernsprung in Döbriach ideal für Einsteiger und die in der Nähe befindlichen nahen Klettersteige auf der Breitwand einen Besuch wert.
- Falkert: Murmel-Steig (mittelschwer, luftig, wunderschön) und Falken-Steig (sehr schwer, prächtig) – beide führen aus dem Sonntagstal auf den Falkertspitz (2.308 m).
- Breitwand: Weg der Oberkärntner Jäger – mittelschwer, ideal fürs Üben. „Luft unter den Sohlen heißt der sehr schwere, nur für sehr gute Klettersteiggeher ratsame Steig“, erläutert Bergführer Harald Assinger.
- Jungfernsprung: Übungskletterfelsen am See, ideal, so Bergführer Assinger, zum Kletterschnuppern.
Falkert: www.heidialm.at | Döbriach: www.doebriach.net
Bergführer:
- Falkert: Alpinschule 4 Jahreszeiten | Sepp Egarter | www.bergbewegt.at
- Döbriach: Harald Assinger | T +43-664-1119588
Klettersteig – Die Basics
Ausrüstung
Klettergurt (Hüftgurt), Klettersteigset, Rastschlinge mit Karabiner, Kletterhelm, Klettersteig-Handschuhe, Zustiegschuhe und Notfall-/Erste-Hilfe-Set. Klettertauglicher Rucksack, Bekleidung sowie Essen und Trinken angepasst an Tourlänge und Wetterlage.
Leihausrüstung
Einsteiger können für erste Versuche Klettersteig Ausrüstung leihen.
Einsteigerkurse
Wer mit dem Klettersteiggehen starten will, sollte einen ein- bzw. zweitägigen Einsteigerkurs belegen, um die Basics des Ausrüstungseinsatzes ebenso vermittelt zu bekommen wie Grundlagen des Bewegens im Fels sowie den Umgang mit der Höhe. Bergführer, Alpinschulen und Alpine Vereine (Alpenverein, Naturfreunde) bieten derartige Kurse an.
Tourenplanung & Check Klettersteig-Verfügbarkeit
Jede Tour ist gewissenhaft zu planen und es gilt zu hinterfragen, ob der geplante Klettersteig geöffnet ist.
Früh raus & früh zurück
„Ich rate bei Bergtouren, speziell aber bei Klettersteigtouren im gewitteranfälligen Sommer dazu, so früh wie möglich zu starten, um wieder früh zurück zu sein“, rät Bergführer Georg Schiechl.
Behutsam steigern
Klettersteige gibt es von leicht bis extrem schwer. Neben dem Schwierigkeitsgrad sind Tiefblicke ebenso wie lange Seilbrücken und Leitern oft ein mentales Problem, mit dem man umzugehen lernen muss.
Nie alleine, Schwierigkeitssteigerungen mit Profi-Begleitung
Die Experten raten Klettersteigtouren nie alleine zu gehen, weil im Fall des Falles sonst niemand Hilfe rufen kann. Deutlich schwerere Touren als man bereits bewältigt hat, sollten nur kundig begleitet unternommen werden. Tipps am Weg sind hilfreich und falls Nachsichern oder Abseilen notwendig sein sollte, ist ein erfahrener Profi unabdingbar.
Stürzen verboten
Die Ausrüstung im Klettersteig schützt – richtig eingesetzt – vor Totalabstürzen. Stürze ins Klettersteigset führen aber meist zu Verletzungen. Deshalb gilt es, Stürze zu vermeiden.
Regen und Gewitter
Bei Regen niemals in einen Klettersteig einsteigen. Feuchtigkeit am Fels erhöht die Schwierigkeit deutlich. Wird man im Steig von einem Gewitter überrascht, sollte man an einer möglichst sicheren Stelle, im Seil eingehängt, aber ohne die Hände am Stahlseil zu haben, abwarten.
Kinder
Klettersteige sind meist für Erwachsene gemacht. Kinder tun sich bei großen Steigabständen oft schwer. Und Kinder sind durch das Klettersteigset erst ab 40 Kilo Körpergewicht gesichert. Deshalb müssen leichtere Kinder nachgesichert werden.
Know-how/Buchtipps
• Klettersteigfibel des Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit € 5,– www.alpinesicherheit.at
• Klettersteiggehen: Ausrüstung – Technik – Sicherheit, Chris Semmel, Rother Bergverlag, € 10,20, www.rother.de







































