Zu einem differenzierten Blick auf die Generation Z rät Buchautor Felix Behm, der sich als „Generation Z-Experte“ bezeichnet. Er will zum Besser-Verstehen der Gen-Z, also der zwischen Mitte/Ende 1990 und etwa 2010 Geborenen beitragen. Mit mehrdimensionalen Fakten begegnet er dem vorurteilsbesetzten Ruf der Gen-Z „faul, egozentrisch und wählerisch zu sein“ ebenso wie der Tatsache, dass es ihr „schwer fällt über den Smartphonerand hinauszublicken“ und dass sie „eher auf Likes als auf Arbeit steht“. Auf 250 Buchseiten stellt er die Gen-Z dar und vermittelt „wer sie sind und was sie sein wollen“. Er liefert eine Psychografie der „Generation Handy“ und Erklärungen zum Verstehen der Jugendsprache. In der Folge skizziert er Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Generationen. Etwa, während Ältere „Zeitung lesen, Nachrichten im TV schauen oder sich übers Radio informieren, nutzen sie Google, Online-Videos, Instagram und TikTok als bevorzugte Informationskanäle.“ Und anstatt zu telefonieren bevorzugen sie Text- oder Sprachnachrichten.

 

Die ersten Digital Natives

Als erste Generation, die vollkommen digital aufgewachsen ist, zählen etwa 11 Millionen Deutsche zur Gen-Z die, so Behm, stark von „Klimaerwärmung, Flüchtlingsströmen und dem Thema Umweltverschmutzung geprägt ist“. Viele sind Einzelkinder. Wichtig sind ihnen „Work-Life-Trennung, Sinn, Wertschätzung und zukunftssichere Berufe“. Der Gen-Z als Mitarbeiter widmet er viel Raum, ehe er darauf eingeht, wie man sie als Kunden/Gäste gewinnen kann.

 

Fakten versus Vorurteile

Ebenso wie Felix Behm rät auch Psychologin Ines Imdahl dazu, der Gen-Z nicht mit Vorurteilen zu begegnen. Imdahl beschreibt sie als Generation mit sehr großen Lebens-Vorstellungen: „Allein 30 Prozent möchten berühmt werden“, betont Imdahl. Der Wunsch, dass alles, am liebsten sofort, glücklich machen soll, sei weit verbreitet. Studium oder Beruf werden schneller abgebrochen als früher. Und medial werde die schnelle Emotion gewünscht: Nach etwas längeren YouTube Videos kamen die Reels auf Instagram mit 60 und dann 30 Sekunden, gefolgt von TikTok mit noch kürzeren Sequenzen.

 

Geringe Markentreue

Besonders schlecht dürfte es um Markenloyalität der Gen-Z bestellt sein. Nur 19 Prozent der Befragten geben laut Marktforscher NIQ an, besonders markentreu zu sein, ein im Vergleich mit anderen Generationen deutlich niedrigerer Wert.

Quellen: Felix Behm – www.felixbehm.de – Buch „Generation Z“, Verlag Business Village, 2023, ab € 22,95 | W&V 6.11. und 30.10.2023

Trend-Check – KURZMELDUNG SI 7/2023

 

Wer beeinflusst wie stark?

Familie und Freunde sind es nach wie vor, von denen sich die Deutschen am stärksten beeinflussen lassen. In Zeiten von Influencern und digitalen Medien höchst erstaunlich sind die Erkenntnisse, die die Stiftung für Zukunftsfragen liefert. Auf die Frage, wer sie beeinflusst und inspiriert, nennen 79 Prozent der Befragten die eigene Familie, gefolgt von Freunden, Bekannten und Nachbarn (73 Prozent). Trotz des beachtlichen Einflusses, den Social Media (42 Prozent) sowie klassische Medien (offline und online) mit 51 Prozent, ausüben, sind es die aus persönlichen Kontakten gewonnenen Informationen, die alles andere überstrahlen. Einzig Wissenschaftler/Experten (71 Prozent) und Vorbilder/Mentoren (50 Prozent) können noch mithalten. Abgeschlagen hingehen sind Politiker bzw. Prominente, die nur auf 27 bzw. 17 Prozent der Befragten Einfluss haben.
Quelle: „Wer beeinflusst und inspiriert“, Stiftung für Zukunftsfragen 9.11.2023

 

Green muss top begründet sein

„Immer schön ehrlich bleiben“ lautet der Expertenrat, wenn es um Nachhaltigkeitsaussagen geht. „Green Claims müssen extrem gut begründbar sein“ ein weiterer. Denn nur, wenn man grüne Aussagen auch belegen kann, ist man vor etwaigen Greenwashing-Vorwürfen samt negativer Image-Auswirkungen gewappnet. Setzt man Strom aus erneuerbaren Quellen ein, so soll man auch „konkret das kommunizieren und nicht allgemeine Begriffe, wie nachhaltig oder umweltfreundlich“, rät Rechtsexperte Constantin Eikel. Und Nachhaltigkeitsexpertin Ina von Holly empfiehlt „klar belastbare Aussagen mit einem Mehrwert für Konsument*innen darzustellen“.
Quelle: Absatzwirtschaft 8.11.2023