Der alpine Skisport bildet die solide, breite Basis. Wachstum und in Zukunft noch viel Potenzial sehen wir aktuell beim Skitourengehen und Langlaufen. Und das Thema Nachhaltigkeit gewinnt weiter an Bedeutung“, fasst Studienautorin Sonja Koschel zentrale Erkenntnisse ihrer Arbeit „Die Skibranche D-A-CH – Consumer Report 2025“ zusammen. Um das Konsumverhalten der Wintersportler zu analysieren, haben Geschäftsführerin Koschel und ihr Marketmedia24-Team in Kooperation mit SAZsport insgesamt 5414 Deutsche, Österreicher und Schweizer (Skifahrer, Langläufer, Skitourengeher) repräsentativ befragt.

 

Österreich Nr. 1 der Zielländer

Unter den Lieblings-Zielländern der D-A-CH-Wintersportler rangiert Österreich (48,6 Prozent) auf Platz eins. Die Schweiz folgt mit 21,9 Prozent, knapp vor Deutschland (20,8). Italien kommt auf 4,1 Prozent. Interessant ist, dass in der Schweiz (82,9 Prozent) und in Österreich (94,4) die Heimat als Lieblings-Skiland nennen. Hingegen bevorzugen nur 33,3 Prozent der Deutschen ihr Heimatland zum Skifahren. Sie zieht es nach Österreich (47,2 Prozent), in die Schweiz (8,6) und nach Italien (5,4).

 

Klimafreundlich und nachhaltig

Für 9 von 10 befragten Wintersportlern sind Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit zentral. Wichtige „grüne Themen“ sind neben Naturschutz ganz generell:

  • Anreise und Mobilität in der jeweiligen Region
  • Unterkunft & Gastronomie
  • Ressourcenschondende Beschneiung & Einsatz erneuerbarer Energie, etwa beim Liftbetrieb.

SI-FAZIT:

Die zahlreichen bereits gesetzten Nachhaltigkeits-Akzente sind zusammen mit neuen Maßnahmen ins Blickfeld zu rücken.

 

In Zukunft mehr oder weniger?

Spannend ist der Blick in die Zukunft anhand der Frage, ob man zukünftig „mehr, gleich viel oder weniger Wintersport“ treiben will. Nur 13,3 Prozent planen, ohne Altersschichten bedingte Ausreißer, im Winter weniger sportlich zu sein bzw. sind unentschieden. Dagegen planen 55,3 Prozent gleich viel und 31,3 Prozent mehr Wintersport zu betreiben. Bemerkenswert sind Detail-Unterschiede bezüglich „gleich viel“ bzw. „mehr“:

  • Skifahren (62,5 Prozent „gleich viel“ zu 23,4 Prozent „mehr“)
  • Langlaufen (45,1 zu 39,1 Prozent)
  • Skitourengehern (44,2 zu 46,7 Prozent).

Soll heißen – während sich das Skifahren bei überproportional großer Gesamtanzahl auf hohem Niveau stabil bis leicht wachsend darstellt, sind beim Langlaufen und Skitourengehen weitere Nachfrage-Steigerungen zu erwarten.

SI-FAZIT:

Zusätzlich zu allen Maßnahmen, die das Alpin-Skifahren noch attraktiver machen, ist es ratsam, sich je nach individuellen Möglichkeiten, mit kommerziellem Fokus dem (beschneiten) Langlaufen und Pistentourengehen zu widmen.

 

Potenzial Skitourengehen

„Die Steigerungsraten bei Skitourengehern waren in den letzten Jahren groß. Wichtige Motive dabei sind Neugier, Fitnessverbesserung, sich in der Natur aktiv zu betätigen und die Suche nach einer Alternative zum Alpin-Skifahren. Mehr als die Hälfte der Tourengeher hat in den letzten fünf Jahren damit begonnen und zwei von zehn dieser ‚Neulinge‘ stehen in ihrem ersten Skitouren-Jahr“, weiß Marktforscherin Koschel. Durch die vielen „Neuen“ hat der Wunsch, im Nahbereich präparierter Pisten aufzusteigen und dann auf der Piste abzufahren einen deutlichen Schub erhalten. Auch das Interesse am Freeriden ist deutlich gestiegen. Insgesamt ist meist ein Sowohl-Als-Auch-Verhalten feststellbar: Am einen Tag Alpinskifahren, am anderen Skitourengehen und wenn es die Verhältnisse zulassen, seilbahnunterstütztes Freeriden.

SI-FAZIT:

Skitourengeher sind eine nicht mehr wegzudenkende Wintersport-Zielgruppe, mit der es sich für Seilbahnunternehmen lohnen kann, bewusst und frei von Dogmen umzugehen, um aktiv ihre wirtschaftlichen Potenziale zu erschließen.

 

Quelle: „Die Skibranche D-A-CH – Consumer Report 2025“, Marketmedia24 & SAZsport
Studien-Bestellmöglichkeit: www.marketmedia24.de/shop/Die-Skibranche-DACH