Zwischen Sommer- und Wintersaison und zwischen kleinen und größeren Gebieten müssen wir bei der Frage, ob Ruhetage sinnvoll sein können, unterscheiden. Für Kleinere wie uns als Riesneralm, sind Schließtage im Sommer eine Option. Im Winter sind sie undenkbar“, bezieht Erwin Petz von den Riesneralm Bergbahnen Stellung. Petz setzt während der Sommersaison auf vier fixe Öffnungstage (Freitag bis Montag). „Wir hatten auch schon weitere Tage die Woche geöffnet, trotzdem aber nicht mehr Gäste“, betont er. „Inwieweit betriebsfreie Tage während der Sommersaison sinnvoll sind, hängt zentral von der Region ab, in der sich das Seilbahnunternehmen befindet. Während der Hauptsaison sollten die Seilbahnen unserer Erfahrung nach täglich in Betrieb sein, um keine Gäste vor den Kopf zu stoßen. In Nebensaisonen ist fix geplantes, tageweises Schließen eine gute Option“, fasst Josef Bogensperger jun., er ist Wirtschaftskammer-Fachgruppenobmann der Seilbahnen in Kärnten, seine Einschätzung zusammen. „Im Winter stellt sich für uns am Katschberg die Frage nicht. Im Sommer fahren wir von Anfang Juli bis Anfang September sowie in den Herbstferien täglich, sonst an drei bzw. vier fix geplanten Tagen die Woche“, konkretisiert er. „Ruhetage in der Vor- und Nachsaison sind für uns eine gute Option, um die Mitarbeitereinsatzzeiten sowie die Kosten zu optimieren oder an Schließtagen Revisionsarbeiten durchführen zu können“, berichtet Hubert Ramskogler von den Petzen Bergbahnen. In der Hauptsaison aber, wenn in der Region Klopeinersee-Südkärnten eine große Anzahl an Gästen urlaubt, läuft der Seilbahnbetrieb auf der Petzen sieben Tage die Woche.
Sommer: JA. Winter: NEIN
Fasst man die Einschätzungen erfahrener Bergbahner zusammen wird klar, während Ruhetage im Winter ein No-Go sind, sind sie im Sommer eine prüfenswerte Option. Ob während der ganzen Saison oder nur in der Vor- bzw. Nachsaison hängt vom Gebiet und dessen Größe sowie vom Gäste-Einzugsgebiet ab. Etwaige Ruhetage sind sehr frühzeitig fix festzulegen und klar zu kommunizieren. „Sollten sich in einer Gegend mehrere Sommerbergbahnen befinden, ist es wichtig, sich bezüglich der Ruhetage abzustimmen und an unterschiedlichen Tagen geschlossen zu haben“, lautet Hubert Ramskoglers Rat. Die Namensgebung lösen Bogensperger und Petz so, dass sie von den Öffnungstagen, also den Tagen an denen ihr Angebot zur Verfügung steht sprechen und die Schließtage nicht erwähnen. Hubert Ramskogler präferiert den Begriff Ruhetag, „weil man ihn aus der Gastronomie kennt“. Schließtage im Winter kommen unter Umständen, so Erwin Petz, „einzig für kleine Nahversorger-Schlepplifte mit ausschließlich regionalen Tagesgästen in Betracht.“
Ruhetage? Strategisches Vorgehen
Sich für oder gegen Ruhetage zu entscheiden, muss strategisch und fakten- sowie zahlenbasiert erfolgen. Zentral zu beantworten ist die Frage, welche Einsparungen (Mitarbeiter, Betriebskosten …) und Ablauf-Optimierungen (Revisionsarbeiten zwischendurch) dadurch möglich werden. Ebenso wichtig ist es zu prüfen, an welchen Tagen in den letzten Jahren die Gästefrequenz am schwächsten war und ob Gäste von diesen Tagen möglichst auf andere Tage „umleitbar“ sind. Entscheidet man sich für Schließtage, müssen die Öffnungszeiten sehr frühzeitig kommuniziert werden. Nach zwei oder drei Saisonen mit Ruhetagen sollte man die Effekte kritisch hinterfragen und dann pro oder contra entscheiden.





