Aktive Outdoor-Genießer, gemütliche Wanderer, sportliche Bergfexe und viele mehr, aber auch an Outdoor-Aktivitäten interessierte (Noch-)Nicht-Sportler – insgesamt über 5108 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – wurden für den großen Outdoor-Consumer Report 2026 befragt. Studienautorin Sonja Koschel von Marketmedia24 im Interview.

 

Seilbahnen International (SI): Sie haben gerade den aktuellen Outdoor-Consumer Report 2026 fertiggestellt. Wie lauten Ihre Schlussfolgerungen?

Sonja Koschel (SK): Outdoor steht heute für deutlich mehr als Wandern und Bergsport, nämlich auch für Gesundheit, Erholung, Ausgleich und Fitness. Gleichzeitig sind Outdooraktivitäten für viele Menschen zum festen Bestandteil ihrer Freizeit geworden. Interessant sind große regionale Unterschiede, etwa was die beliebtesten Destinationen oder die Nutzung von Seilbahnen betrifft.

 

SI: Warum zieht es die Menschen nach draußen?

SK: Die wichtigste Motivation bleibt das Naturerlebnis: 50,5 Prozent bezeichnen Naturerlebnisse und Aussichtspunkte als besonders wichtig. Outdoor bedeutet heute Erholung und bewusster Ausgleich zum Alltag.

 

SI: Welche Aktivitäten machen die Menschen draußen?

SK: Wandern ist eine der beliebtesten Outdoor-Aktivitäten. Es gehört für sehr viele Menschen zum Freizeitverhalten. Bemerkenswert ist die Häufigkeit: 23,9 Prozent sind regelmäßig, weitere 40,2 Prozent zumindest gelegentlich beim Wandern oder Klettern aktiv.

 

SI: Wie weit wandern die Menschen aus dem DACH-Raum?

SK: Für die meisten beginnt Wandern deutlich oberhalb eines Spaziergangs. 60,2 Prozent legen Touren zwischen 10 und 25 Kilometern zurück. 8,3 Prozent gehen sogar mehr als 25 Kilometer weit.

Sonja Koschel, Marketmedia24, www.marketmedia24.de

SI: Sie thematisieren, dass Menschen nicht so gerne „alleine“, sondern lieber zu zweit oder in Gruppen draußen unterwegs sind. Warum?

SK: Outdoor wird überwiegend gemeinsam erlebt. Es ist ein wichtiger Impuls für familien- und gruppenorientierte Angebote: 52,7 Prozent sind bevorzugt mit Partnern oder Freunden unterwegs. Weitere 24,1 Prozent im Familienverbund.

 

SI: Welche sich die beliebtesten Outdoor- bzw. Bergregionen?

SK: Zahlreiche Destinationen genießen hohe Attraktivität bei den Outdoor-Aktiven. In Deutschland sind Schwarzwald (10,9 Prozent) und Harz (10,7) am beliebtesten. In Österreich am häufigsten genannt werden Salzburger Land (18,6 Prozent), Hohe Tauern (14,8), Dachstein-Region (13,7) und Kärnten (13,0). In der Schweiz sind es Berner Oberland (22,5 Prozent), Appenzellerland (16,0) und Wallis (14,4).

 

SI: Wie erfolgt die Anreise zu Outdoor-Tagesausflügen und Outdoor-Urlauben?

SK: Das Auto bleibt mit rund 67 Prozent klar das wichtigste Verkehrsmittel. Aber bereits mehr als jeder Vierte nutzt die Bahn. Gute Anbindungen an den öffentlichen Verkehr gewinnen für Outdoor-Destinationen daher deutlich an Bedeutung.

 

SI: Besteht die Bereitschaft, für nachhaltige Angebote tiefer in die Tasche zu greifen?

SK: Für viele Menschen hat Nachhaltigkeit durchaus einen Preis: Rund 69 Prozent der Befragten würden für nachweislich nachhaltige Angebote mehr bezahlen. Am

häufigsten akzeptieren sie einen Aufpreis von bis zu 5 Prozent. Jeder Dritte aber lehnt Mehrkosten ab.

 

SI: Sie erfragen auch speziell Seilbahn-Spezifisches. Mit welchen Erkenntnissen?

SK: Wir wollten wissen, welche Bedeutung Seilbahnen und Lifte für Outdoor-Aktivitäten haben. Das Ergebnis ist in seiner Deutlichkeit bemerkenswert: 77,9 Prozent aller Outdoor-Aktiven nutzen in der DACH-Region regelmäßig bzw. gelegentlich Seilbahnen. In Österreich sind es sogar 84,6 Prozent der Befragten.

 

Quelle: „Die Outdoor-Branche D-A-CH – Consumer-REPORT 2026“, Marketmedia24 & SAZsport
Studien-Bestellmöglichkeit: www.marketmedia24.de/shop/Research-Outdoorbranche-DACH