Im Süden die Julischen und im Norden die Karnischen Alpen – so empfängt uns Malborghetto, die unscheinbare Gemeinde auf halbem Weg zwischen Tarvisio und Pontebba, im norditalienischen Kanaltal. Im Norden warten auf uns zahlreiche Prachtberge der Karnischen Alpen, etwa der Oisternig (2.052 m) und der Monte Cocco (1.941 m). Sie alle sind recht leicht erreichbar und bis weit hinein in den November perfekte Bergwanderziele. Nicht zu unterschätzen sind, je nach Tourenwahl, die zu bewältigenden Streckenlängen.

Auf der Südseite des Tals verstecken sich hinter vorgelagerten 2.000ern zwei der imposantesten Gipfel der Julischen Alpen: der Montasio (2.754 m) und der Wischberg/Jôf Fuart (2.663 m). Beide sind von Norden her nur auf langen, herausfordernd-schweren Routen erreichbar, wobei hier schon früher Herbstschnee ernsthafte Probleme machen kann. Deutlich einfacher sind die beiden von Süden her besteigbar. Die den berühmten Riesen vorgelagerten Gipfel sind ebenfalls den Julischen Alpen zuzurechnen. Sie sind leichte bis mittelschwere Tourenziele und bieten von der Perspektive her höchst unterschiedliche Wow-Ausblicke auf Montasio, Wischberg & Co. Das gilt insbesondere für den Jôf di Miezegnot/Malborgheter Mittagskofel (2087 m), den Monte Piper (2065 m) und den Jôf di Sompdogna (1889 m).

 

Der östliche Teil der Karnische Alpen

Um der namensgebenden Enge des Kanaltals zu entfliehen begeben wir uns Richtung Norden, hinein in den östlichen Teil der Karnischen Alpen. Sie sind grasbewachsen und relativ sanft, ganz im Gegensatz zu den westlicheren, felsig-schroffen und deutlich höheren Gipfel. Via der Ortschaft Ugovizza gelangen wir aus dem Kanaltal hinauf ins Val Uque. Zusammen mit seinen Seitentälern (Val Rauna, Val Filza und Val Pleccia) bietet es zahlreiche Ausgangs- und Endpunkte für Berggenuss im Grenzbereich zu Österreich. Eine unserer Lieblingstouren führt uns vom nördlichsten Parkplatz teils steil, teils gemächlich durch dichten Wald und später auf einem langgezogenen Bergrücken zum Monte Acomizza (1.812 m) und in der Folge vorbei an der Almkapelle Maria Schnee auf den Oisternig (2.052 m). Hier werden in Gipfelnähe historische Verteidigungsbauwerke, die von Italien unter Mussolini als Teil des Vallo Alpino (Alpenwall) errichtet wurden, sichtbar.

Der Tarviser Apotheker als Fotokünstler

Viele der Fotos dieses Artikels, die den italienischen Teil der Julischen und der Karnischen Alpen zeigen, stammen von Carlo Spaliviero (links im Bild). Carlo ist Apotheker in Tarvisio. Und Fotokünstler. Er fotografiert mit großer Begeisterung die Berge seiner Heimat. Seine Fotos sind auch im prächtigen Bildband „Tarvisio – seine Wälder, Berge, Gewässer und Menschen“ (rechts im Bild) zu bestaunen.
www.carlospaliviero.it
www.farmaciaspaliviero.com

Am Beginn des Richtung Westen verlaufenden Val Rauna befindet sich der Ausgangspunkt unserer zweiten Lieblingstour. Anstatt am Talboden entlang zu gehen wählen wir einen anfangs steileren Weg, der zuerst Richtung der ehemaligen Bergbausiedlung Cocco führt. Der sonnige und aussichtsreiche Weg geleitet uns oberhalb des Sella Rauna/Rauna Sattels vorbei Richtung Westen bis zum unscheinbar im Wald verstecken Col di Mezzo (1.599 m). Von hier steigen wir am Weg über den Kok Sattel auf den Monte Cocco (1.941 m). Via Cima Bella/Schönwipfel (1.912 m) an der Grenze zwischen Italien und Österreich und Forcella di Fontana Fredda/Scharte beim Kalten Brunnen (1.692 m) kann man retour Richtung Ausgangspunkt absteigen. Wer noch gipfelhungrig ist, verlängert auf einen weiteren Grenzberg, den Monte Sagran (1.931 m) und den in Österreich liegenden Starhand (1.965 m).

Nördlich des Kanaltals finden sich noch zahlreiche weitere Tourenmöglichkeiten. Etwa von uns als Schlechtwetteralternative gern genützt, von Malborghetto aus hoch über dem Malborghetter Bach hinein in ein wildromantisches, von Erosion geprägtes Tal bis zur nicht bewirtschafteten Tschurtscherle Hütte (Rifugio forestale di Ciurciule). Diese Forststraßen-Tour wartet mit einer neuen Tibetischen Brücke (über 50 Meter Spannweite) auf, die einen durch Unwetter zerstörten Wegabschnitt überspannt. Ein anderes kurzes Wegstück muss auf einem schmalen Steig überwunden werden.

Das extreme Gegenteil einer Forststraßen-Tour startet in Santa Caterina, westlich von Malborghetto, mit der brückenlosen Überquerung des nicht immer Niederwasser führenden Rio Bianco und führt auf den berüchtigten „Geheimen Berg“, den Monte Scinauz (1.999 m), einem jahrzehntelangen militärischen Sperrgebiet. Die NATO hat dort bis 2003 eine riesige militärische Radaranlage unterhalten, die vom Kanaltal aus mittels Seilbahn erreichbar war. Die Tour gilt der schweren alpinen Steige und der schwierigen Wegfindung wegen als sehr anspruchsvoll.

Die westlichen Julischen Alpen

Als wir uns der südlichen Seite des Kanaltals zuwenden, stellen wir fest, dass sich der Talboden östlich von Ugovizza weit und offen präsentiert. An der breitesten Stelle liegt sonnig, einladend das Örtchen Valbruna. Hier erinnert vieles an den legendären Julius Kugi (1858 – 1944), der die Julischen Alpen wie kaum ein anderer geprägt hat. Von Valbruna aus führt das Val Saisera anfangs gemütlich, mit Prachtblick auf den Wischberg/Jôf Fuart und später auch auf den Montasio südwärts weit hinein in die felsig-alpine Welt des westlichsten Teils der Julischen Alpen. Gleich am Talanfang befindet sich ein erster „Aufwärmberg“ – der Nebria (1.207 m). Er wird südseitig überragt vom deutlich höheren Jôf di Miezegnot (2.087 m), dem Malborgheter Mittagskofel. Ihn kann man ab Valbruna, vorbei an der zu Ehren der letzten österreichischen Kaiserin errichteten Zita Kapelle, vom Norden her erklimmen. Das ist allerdings die längste der möglichen Varianten hinauf auf den im obersten Bereich felsigen, teils von Erosion geprägten Berg. Kürzere starten im Talschluss des Val Saisera bzw. am Sella Somdogna, den man vom Dognatal aus per Auto erreicht.

Im Saisera-Talschluss startet die zweite unserer Aufwärmtouren. Sie führt auf den Jôf di Sompdogna (1.889 m). Von seinem Gipfel bieten sich gewaltige Blicke in die monumentalen Montasio-Nordwände. Davor, im Aufstieg, kommt man vorbei an verfallenen Militäranlagen, verlief in dem Bereich der Julischen Alpen doch im Ersten Weltkrieg eine verlustreich umkämpfte Gebirgsfront zwischen Italien und Österreich.

Östlich des Montasio stemmt sich der imposante Wischberg/Jôf Fuart (2.663 m) in den Himmel. Vom Gipfel des Jôf di Sompdogna aus betrachtet, wirkt er besonders eindrucksvoll auch weil neben ihm der Nabois (2.301 m), obwohl spitz aufragend, überraschend klein erscheint.

Auf halbem Weg vom Val Saisera-Talschluss zurück nach Valbruna wartet noch ein verlockender Tour-Ausgangspunkt. Dort wo 2023 das legendäre Einzelzeitfahren des Giro di Italia auf den Monte Lussari führte, beginnen wir die wunderschön-südseitige Tour auf den Cima del Cacciatore/Steinerner Jäger (2.071 m) via Sella Prasnig. Für den Abstieg kann man auch den betonierten Giro-Weg nach unten gehen oder weiter und steiler via Monte Lussari nach Valbruna absteigen. Wer lieber mit der Lussari-Seilbahn talwärts fährt, sollte bedenken, dass sie nur von Ende Mai bis Ende September in Betrieb ist.

Österreichisch-italienisch-slowenischer Brennpunkt

Im österreichisch-italienisch-slowenischen Dreiländereck gelegen, ist das Kanaltal, das schon seit der Römerzeit als Handels- und Verkehrsweg dient, seit 1919 Teil Italiens. Dennoch sind österreichische aber auch slowenische Überbleibsel allgegenwärtig. Immerhin war die Gegend vor 1919 über 150 Jahre Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie. Wer sich fundiert zur wechselvollen Geschichte der dreisprachigen Region informieren möchte besucht das Museum im Palazzo Veneziano in Malborghetto. Es bietet Einblicke in die regionale Geschichte aus geologischer, naturwissenschaftlicher und völkerkundlicher Perspektive und erzählt vom Zusammenleben dreier Kulturen.

Eng mit der Geschichte des Tals verbunden sind zahlreiche Kriege ebenso wie die heute irreal wirkende Vorbereitung auf mögliche Bedrohungen. Bei kundiger Betrachtung werden zahllose Spuren sichtbar, die nicht nur an lang Vergangenes erinnern. Markant ist Fort Hensel bei Malborghetto, das im Rahmen der Napoleonischen Kriege 1809 eine wichtige Rolle spielte. Ebenfalls eindrucksvoll ist das hoch oberhalb von Fort Hensel gelegene Osservatorio Buchkopf, das über einen Waldsteig erreichbar ist. Der Beobachtungspunkt bietet bis heute überragende Talblicke. Stille Kriegszeugen gibt es auch südlich des Kanaltals etwa im Val Saisera. Der „Themenpark Erster Weltkrieg“ mit mehreren Rundwegen liefert Einblicke in Details des irrwitzigen Gebirgskriegs, von dem auch mehrere Soldatenfriedhöfe zeugen. Noch eine Facette ist spannend – zahlreiche bequeme, breite Wege inklusive kürzerer Tunnels in den umliegenden Bergen entpuppen sich bei genauerer Betrachtung als anno dazumal für militärische Zwecke geschaffene Aufmarsch- und Nachschubwege.

Jüngeren Ursprungs und glücklicherweise nie kriegerisch genützt, aber kaum weniger bizarr sind seit Ende der 1930er-Jahre entstandene Verteidigungs- und Bunkeranlagen. Viele davon wurden vom Mussolini-Regime als Teil des besagten Vallo Alpino errichtet. Einige haben Italien bzw. die NATO nach dem Zweiten Weltkrieg weiterbetrieben und ausgebaut, so auch eine unterirdische Kasernen- und Bunkeranlage zwischen Valbruna und Ugovizza. Das „Forte Beisner, Opera 4“ war bis 1991 in Betrieb und hätte im Kalten Krieg zusammen mit weiteren in Hügeln und Bergen der Umgebung verborgenen Stellungen das Vorrücken von aus dem Osten einfallenden Feinden aufhalten sollen. Die im strategisch ideal gelegenen „Kugel-Berg“ versteckte, gut erhaltene Anlage mit ihren ewig scheinenden Gängen zu Mannschafts- und Kommandoräumen sowie zu zahlreichen von außen nicht erkennbaren Stellungen im Berg kann besichtigt werden. Fachkundig geführt kann man auch zahlreiche andere unscheinbare, historisch allerdings überaus spannende Facetten des Kanaltales und seiner Bergwelt entdecken.

INFOS

Das Kanaltal

  • Unterkünfte & Tourismusinfo: www.visitvalcanale.it
  • Empfohlener Wander- & Bergsteigzeitraum: Ende Mai bis Anfang/Mitte November
  • Mobilfunk: Vielfach gibt es in den Bergen der Region kein Netz
  • Palazzo Veneziano – Museum in Malborghetto
  • Forte Beisner, Opera 4 (Werk 4) – Unterirdische Kaserne und Bunkeranlage. Führungen via Verein LandScapes: www.landscapesvalcanale.eu

Wanderführer (Geschichte, Erster Weltkrieg, Bunkerführung)

  • Anita Pinagli: Bergwanderführerin (IT, D, E, Spanisch) mit reichem Wissen zum Kanaltal sowie zu Dörfern, Almen und Hütten der Region. Maßgeschneiderte Wanderungen. Vize-Obfrau des Vereins LandScapes. Führungen durch die Bunkeranlage „Forte Beisner, Opera 4“ | +43-660-7433095 | anita.pinagli@gmail.com
  • Davide Tonazzi: Experte für Touren auf den Spuren des Ersten Weltkriegs, Buchautor und Wanderführer (IT, E) | +39-328-7469682 | edizionisaisera@valbrunaitaly.com

Bergführer

Wanderkarten

  • Tabacco-Karte 019 (Alpi Giulie Occidentali/Westl. Julische Alpen, Tarvisiano)
  • Tabacco-Karte 018 (Alpi Carniche Orientali, Canal del Ferro, Nassfeld)
    Jeweils 1:25.000 | je € 11,90

Aufwärm- & Einstiegstouren

 

Nebria (1.207 m)*

Als Ausgangspunkt für diese kurze Tour auf den (kleinen) Berg zwischen Ugovizza und Valbruna wählen wir einen kleinen Parkplatz, neben dem im Winter ein Übungsgelände Skifahr-Kids begeistert. Am Weg 658 steigen wir meist gemächlich durch den Wald auf. Zuerst erreichen wir den Ostgipfel (Nebria Cima Est, 1.194 m). Etwas bergab und vom Weg her nicht ganz leicht ist der Hauptgipfel (1.207 m) schnell erreicht. Von hier aus könnte man steil nach Ugovizza absteigen. Wir aber gehen auf einer ehemaligen militärischen Straße talwärts zum Forcella Nebria. Von dort führt uns der Weg 608 zurück zum Ausgangspunkt.
490 hm | 6,1 km | 2,5 – 4 h | leicht bis mittel

 

Jôf di Sompdogna (1.889 m) ab Val Saisera*

Mit Start im Val Saisera/Parkplatz 6 nehmen wir den direkten Waldweg 611 hinauf zum Rifugio Grego. Weiter führt uns Weg 651 durch schönen Wald vorbei an einem kleinen, oft ausgetrockneten Gewässer. Bald danach zweigen wir nach links ab und steigen am Weg 610 zuerst noch im Wald, dann durch Latschen bis auf den Gipfel, von wo der Montasio Nordwand-Blick gewaltig ist. Weiter gelangen wir durch Latschen (Weg 610) und alpin-felsiges Gelände (Wege 652 und dann 639) sowie den für das Tal typischen Mischwald und das felsig-ausgetrocknete breite Bett des Saisera Baches zurück zum Ausgangspunkt.
900 hm | 8,6 km | 4 – 6 h | leicht bis mittel

Genuss-Touren in den Karnischen Alpen

 

Monte Cocco (1.941 m) via Sella Rauna*

Vom großen Parkplatz am Anfang des Val Rauna starten wir diese Prachttour. Anfangs Richtung Rifugio Gortani lassen wir die herausragende Einkehrhütte rechts liegen und beginnen den teils steilen Aufstieg zuerst Richtung der ehemaligen Bergbausiedlung Cocco, gehen aber links mit herrlichem Blick auf das Tal eine Forststraße Richtung Sella Rauna weiter. In der Folge erreichen wir den unscheinbar im Wald versteckten Col di Mezzo (1.599 m), den westlichsten Punkt unserer Tour. Von hier aus startet der Aufstieg Richtung Sella Cocco und weiter auf den Monte Cocco (1.941 m). Vom Monte Cocco aus steuern wir den nördlich, direkt an der Grenze Italiens zu Österreich gelegenen Cima Bella/Schönwipfel (1.912 m) an. Danach gelangen wir über einen steil abwärts führenden Waldsteig zur Forcella di Fontana Fredda/Scharte beim kalten Brunnen. Von hier aus gehen wir talwärts, vorbei an der ehemaligen Bergbausiedlung Cocco zurück zu unserem Auto ab. Wir wählen absichtlich diesen Weg, weil wir ihn als schöner empfinden als den bekannteren durch das Val Tamer.
1.140 hm | 16 km | 6,5 – 9 h | leicht
OPTIONAL: Ab Forcella di Fontana Fredda/Scharte beim kalten Brunnen kann man die Tour noch um einen oder zwei Gipfel verlängern. Um den Monte Sagran (1.931 m) und den Starhand (1.965 m). Das wären zusätzlich 240 hm, 2 km, 1 – 2 h (nur Monte Sagran) oder zusätzlich 435 hm, 4,5 km, 2 – 3,5 h (beide)

 

Oisternig (2.052 m) & Co ab Talschluss Val Uque*

Vom hintersten Parkplatz des aus Ugovizza erreichbaren Tals (Val Uque) wählen wir für den Aufstieg den wenig begangenen Waldweg 507a. Zugegeben der Einstieg ist schwer zu finden und wenig einladend steil. Durch den Wald geht es dann aber angenehm ansteigend bis zur kleinen Cappela di Saint Ubertus und weiter auf einer Forststraße Richtung Staatsgrenze und Achomitzer Alm. Den Monte Acomizza (1.812 m) mit seinem erdig-steilen Anstieg lassen wir uns nicht entgehen, ehe es zurück zur Alm und am Weg 508 zum Sella di Pleccia/Pletschasattel geht. Dann folgen wir den Wegen 403/507 zur Almkapelle Maria Schnee/Madonna della Neve und weiter zur Feistritzer Alm. Der Steig 482 bringt uns über die Oisternig-Ostschulter zum Ostgipfel (2.032 m) und weiter zum Hauptgipfel (2.052 m). Via Feistritzer Alm zurück zum Ausgangspunkt wählen wir den etwas weiteren Weg via Sella di Pleccia und Weg 507 zum Parkplatz, weil er unserer Meinung nach deutlich angenehmer zu bewältigen ist als der bekanntere via Rifugio Nordio.
1.130 hm | 13,3 km | 6 – 8,5 h | leicht
OPTIONAL: Etwas kürzerer Abstieg (40 hm, 0,6 km, 0,25 h weniger) von der Feistritzer Alm am Weg 403 zum Refugio Nordio und eine Forststraße bzw. Forststraße und Steig (Weg 507) bis zum Parkplatz.

Prachttouren in den Julischen Alpen

 

Jôf di Miezegnot (2.087 m) ab Valbruna via Capella Zita*

Von einem kleinen Parkplatz am südlichen Ortsrand von Valbruna steigen wir am Weg 607 durch prächtigen Wald auf zur sonnig-malerisch gelegenen Malga Rauna und vorbei an der Capella Zita/Zita Kapelle via Piccolo Jôf di Miezegnot (1.956 m) und Planja-Sattel von Osten her auf den Gipfel. Rückweg am Aufstiegsweg.
1.340 hm | 13 km | 6,5 – 9 h | mittel
OPTIONAL kann man den Jôf di Miezegnot auch aus dem Val Saisera/Parkplatz 6 über die Wege 611 und 609 (1.100 hm | 10,5 km | 5,5 – 7 h | schwer) oder mit Ausgangspunkt Sella Somdogna aus dem Dogna Tal am Weg 609 (6 km | 3 – 5 h | 700 hm | schwer) erreichen.

In beiden Fällen ist wichtig zu wissen, dass das letzte Wegstück ab der nicht bewirtschafteten Hütte (Ricovero Battaglione Alpini Gemona) von Erosion geprägt und sehr ausgewaschen ist.

 

Monte Piper (2.065 m) ab Sella Somdogna*

Autofahrt zum Sella Somdogna via Pontebba und Ortschaft Dogna – etwa 18,5 km die Bergstraße bergauf ins Dogna Tal. Ab Sella Somdogna Aufstieg am Weg 609 durch einen sehr schönen, vielfach dichten, immer alpiner werdenden Wald, Richtung Jôf di Miezegnot bzw. Monte Piper bis zu einer nicht bewirtschafteten Hütte (Ricovero Battaglione Alpini Gemona). Rechts ober uns ragt der Jôf di Miezegnot in den Himmel. Wir gehen nach links am Weg 649 gut einen Kilometer weit fast ohne Höhenmeter und mit prächtigem Blick auf den Montasio bis zum Schlussanstieg (etwa 200 hm) auf den Monte Piper. Rückweg am Aufstiegsweg.
800 hm | 7,5 km | 4 – 6 Stunden | mittel
OPTIONAL I.: Man kann den Gipfel überschreiten und weiter westlich (Wege 649 und 648) zurück ins Dogna Tal absteigen, muss dann aber gut 1,5 km an der Straße zurück zum Sella Somdogna marschieren: + 80 hm | + 0,5 km | + 0,5 – 1 h
OPTIONAL II.: Kombination mit dem Jôf di Miezegnot am Weg 609 (Achtung: Wegstück ab Ricovero Battaglione Alpini Gemona von Erosion geprägt und sehr ausgewaschen): + 200 hm | + 1,8 km | + 1 – 2 h | schwer

 

Due Pizzi (2.008 m und 2.046 m) aus dem Dogna Tal*

Zufahrt wie Monte Piper, aber nur etwa 16 km weit bergauf ins Dogna Tal. Gestartet wird von einem kleinen Parkplatz am Rand eines Flusslaufs. Aufstieg am Weg 648 durch ein von Erosion und zahlreichen Wasserläufen geprägte Wald-/Latschengelände und am Weg 649 inklusive eines Klettersteig-Stücks (A/B) bis zum Forchia di Cjanalot/Piper Scharte (1.814 m). Weiter zuerst auf den östlicheren, niedrigeren der beiden Pizzi, den Cima Vildiver (2.008 m). Kurzer Abstieg zum Weg Richtung Westgipfel. Zum Cima Alta (2.046 m) ist es am Weg 649 trotz der Nähe der beiden Gipfel, ein nicht zu unterschätzendes Wegstück (Klettersteig B, 1,1 km, 180 hm bergauf und 140 hm bergab). Rückweg am Aufstiegsweg.
1250 hm | 8 km | 5 – 7 Stunden | mittel bis schwer/Klettersteigteile (B)

 

Um den Monte Nabois via Rifugio Pellarini und Sella Nabois (1.970 m)*

Ab Val Saisera/Parkplatz 3 (Trattoria Montasio) durch den Themenpark zum Ersten Weltkrieg und weiter durch wunderschönen Mischwald zum Rifugio Pellarini (1.499 m). In der Folge geht es am Weg 616 kontinuierlich ansteigend, teils durch Fels-/Abbruchgelände bis auf den Sella Nabois (1.970 m). Vom Sattel weiter durch felsiges Gelände deutlich mehr ab- als aufwärts, entlang der imposanten Nordwände des Wischbergs, immer am Weg 616, in einem großen Bogen weiter. Das letzte Wegstück führt durch bzw. entlang des ausgetrockneten Flussbetts des Saisera Baches zum Ausgangspunkt.
1.260 hm | 15 km | 7 – 10 Stunden | mittel bis schwer
OPTIONAL kann die Tour um den Aufstieg auf den Monte Nabois grande (2.301 m) erweitert werden (Klettersteig C | + 400 hm | + 2,5 – 4 Stunden | schwer)

 

Cima del Cacciatore/Steinerner Jäger (2.071 m) via Sella Prasnig*

Ab Val Saisera (Parkplatz 2) zuerst ein kurzes Stück auf der Forststraße (Beton), auf der 2023 das Einzelzeitfahren des Giro di Italia auf den Monte Lussari führte, ehe unser Weg (615) rechts abzweigt und in der Folge teils steil, wunderschön durch dichten Wald zum Sella Prasnig (1.491 m) und von Süden her (Weg 613) Richtung Gipfel führt. Auf einem gut markierten Steig, der über der Waldgrenze teils durch hohes Gras zugewachsen ist, geht es beständig bergwärts. Im obersten Abschnitt Felsgelände, einzelne versicherte Stellen und teils geröllig. Abstieg (Weg 613), anfangs felsig mit versicherten Stellen, Richtung Monte Lussari. Wo man weiter zum Wallfahrtsberg Monte Lussari gehen könnte (hin & retour + 1 km/+80 hm) zweigen wir links ab und folgen Weg 617 etwa 800 Meter abwärts auf besagter Giro-Beton-Forststraße. Dann zweigt ein Steig (617) links in bewaldetes, felsdurchsetztes Abbruchgelände ab. Ihm folgen wir teils aufwärts, mehrheitlich aber flach bzw. abwärts bis zum Sella Prasnig. Weiterer Abstieg am Aufstiegsweg.
1.395 hm | 14,3 km | 6,5 – 9 h | mittel bis schwer
OPTIONAL kann man auch die Beton-Forststraße talwärts gehen (etwa 200 hm weniger).

Herausfordernde Alpin-Touren

 

Jôf di Montasio (2.754 m) via Bivacco Stuparich*

Ab Val Saisera (Parkplatz 6) und Bivacco Stuparich über die „Via Amalia“ (Klettersteig C) auf den Gipfel. Abstieg südseitig via „Scala Pipan“ (Leiter/Klettersteig B) bis auf die Montasio Almen.
1.880 hm Aufstieg/1.400 hm Abstieg | 12,5 km | 7,5 – 11 h | sehr schwer

 

Wischberg/Jôf Fuart (2.663 m) via Rifugio Pellarini*

Ab Val Saisera (Parkplatz 2) via Rifugio Pellarini und „Gola Nord-Est“ auf den Gipfel. Abstieg südseitig via Malga Grantagar.
1.885 hm Aufstieg/1.765 hm Abstieg | 15,5 km | 8 – 13 h | sehr schwer

 

Monte Scinauz (1.999 m) ab Santa Caterina*

Schwere, lange Tour via Monte Pin (1.517 m) mit schwieriger Wegfindung.
1.345 hm | 11,5 km | 6 – 9 h | schwer

 

* Die Zusammenstellung sämtlicher Touren ist mit allergrößter Sorgfalt und Genauigkeit erfolgt. Fehler sind dennoch möglich. Für sämtliche der Angaben und Infos wird ausdrücklich KEINE Gewähr übernommen. Jedenfalls wird angeraten, bevor eine der Touren „nachgegangen“ wird, eigenständig eine gründliche Tourenplanung zu machen.