Bei Wind will unser achtjähriger Sohn, kaum aus der Schule zuhause, schon zum Wing Foilen an den See“, erzählt Friedl Köchl, selbst Wing Foiler der ersten Stunde. Der Klagenfurter ist seit Jahrzehnten erfolgreicher Wassersportler – erst als Windsurfer, dann als Kitesurfer und Stand-Up-Paddler. 2019 hat er erste Versuche im damals ganz neuen Wing Foiling unternommen. „Wenn ich draußen am Wasser unterwegs bin kann ich am allerbesten abschalten und den Kopf frei bekommen“, schwärmt Köchl. „Wing Foilen ist ein fordernder, enorm lustiger Sport, bei dem man kreativ sein kann und die Anstrengung gar nicht merkt. Das gefällt mir besonders daran“, verrät Simon Hammerschmied. „Mich fasziniert, wie intensiv man draußen am See das Wasser, den Wind und die Kraft der Natur spüren kann“, erzählt der Köttmannsdorfer, der im Vorjahr im Freestyle die österreichische U17 Meisterschaft gewonnen hat. „Ich bin bereits seit sieben Jahren mit viel Begeisterung beim Wing Foilen, das bei uns am See viel öfter und unproblematischer möglich ist als Kitesurfen, das mein Vater und ich davor am Wörthersee betrieben haben“, blickt Martin Dürrschmid zurück. Aus Sicht des Klagenfurter Starters bei den Österreichischen Meisterschaften sind Gründe, warum das Wing Foilen einen Boom erlebt, „weil die Windverhältnisse auf den Kärntner Seen dafür ideal sind und man es unkompliziert fast überall ausüben kann. Gleichzeitig hat man das Gefühl, coole, wilde Sachen auch bei Leichtwind machen zu können“.

Wing Foiling Sommer-Opening

15. – 17. Mai 2026

Am Brennsee, wo verlässlich fürs Wing Foiling idealer Wind herrscht, finden erstmals die Brennsee Open statt.
DIE HIGHLIGHTS:

  • Zweiter Tourstopp der Österreichischen Meisterschaften im Wing Foiling des Österreichischen Segelverbandes (OeSV) in Kooperation mit der Sportschule Krainer
  • Meisterschaftsrennen für Damen und Herren in zwei Disziplinen: Race und Freestyle. Beim Race geht es um die schnellste Zeit, beim Freestyle um spezielle „Kunststücke“.
  • Testmöglichkeit der neuesten Wing Foil- und SUP-Ausrüstung von Duotone
  • Wing Foiling-Schnuppermöglichkeit
  • Musik & Party

Infos: wingfoil-oem.at

„Das Gefühl, über das Wasser zu fliegen, ist unübertroffen.“

Friedrich „Friedl“ Köchl aus Klagenfurt, IG: transalpeadria

Kärntner Seen sind ideal

„Der Wind auf unseren Kärntner Seen eignet sich viel besser zum Wing Foilen als zum Windsurfen oder Kitesurfen. Deshalb kann man bei uns an viel mehr Tagen im Jahr Wing Foilen als Surfen oder Kiten. Das ist ein wesentlicher Grund, warum viele langjährige Surfer oder Kiter wie auch ich gewechselt sind“, weiß Friedl Köchl. „Über das türkise Wasser des Wörthersees zu schweben ist unübertroffen schön“, berichtet Martin Dürrschmid. Von unseren Kärntner Seen sind, so die Experten, neben dem Wörthersee der Brennsee ideal. „Der Brennsee ist für mich ein cooler Spot, weil es hier sehr wahrscheinlich guten Wind gibt“, verrät Hammerschmied. Auch empfehlenswert sind der Längsee und der Ossiacher See. Bei passendem Wind sind auch der Weissensee und der Millstätter See geeignet. Überaus beliebt ist der eine Autostunde von Kärnten entfernte, sehr windbeständige Lago di Cavazzo nahe Carnia im Friaul.

Wer Lust aufs Wing Foiling hat, soll, so der Rat der Profis, unter Anleitung, am besten in einer Sportschule mit Leihausrüstung loslegen. Zum Start ist ein mehrtägiger Kurs empfehlenswert. Bezüglich der relativ kostspieligen Ausrüstung raten die Experten dazu, mit Leihausrüstung zu beginnen und erst später das dem eigenen Können entsprechende Material zu kaufen. Gleich zu Beginn vermeintlich günstige, gebrauchte Ausrüstung zu erstehen, wird nicht empfohlen.

„Der Wind auf unseren Kärntner Seen ist ideal fürs Wing Foiling.“

Simon Hammerschmied, Wing Foil-Rennläufer (Race & Freestyle) aus Köttmannsdorf, IG: simon.h08

Der Einstieg ins Wing Foilen

„Unser Ziel ist, dass Einsteiger in der Regel nach zwei Schulungseinheiten selbst mit Board und Wing vom Wind angetrieben am Wasser fahren können“, erläutert Adrian Krainer. Er leitet die gleichnamige Sportschule am Brennsee, in der Wing Foiling einen wesentlichen Schwerpunkt bildet. „Auch wenn es bei uns Pros sehr spektakulär und schwierig aussieht, ist Wing Foilen relativ leicht erlernbar“, sagt Jungstar Simon Hammerschmied. „Wichtig ist es dran zu bleiben, um die zentrale Hürde zu schaffen, mit dem Foil übers Wasser zu schweben. Solcherart zu fliegen, ist ein Gefühl, das unübertroffen ist“, motiviert Köchl, konsequent auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Schafft man es am Foil fahren zu können, ist es in der Folge, so die Experten, wie beim Radfahren – man steigt aufs Board, fährt los und genießt, auch wenn man länger nicht am Board gestanden ist. Ein weiterer Vorteil des Wing Foilens ist, dass unterschiedliche Leistungslevels bestens harmonieren. „Deshalb ist es eine ideale Familiensportart. Das zeigt etwa die Tatsache, mit welcher Begeisterung meine 14-jährige Tochter und mein achtjähriger Sohn bei der Sache sind“, klingt Stolz in Friedl Köchls Stimme.

„Über das türkise Wörthersee-Wasser zu schweben ist genial.“

Martin Dürrschmid, Wing Foiler aus Klagenfurt mit Rennschwerpunkt Race, IG: martin_duerrschmid

Wing Foiling – Fakten

Wing Foiling, auch Wingen, ist eine junge Wassersportart, die sich Ende der 2010er-Jahre aus Windsurfen und Kitesurfen entwickelt hat. Auf einem relativ kleinen Board stehend, an dessen Unterseite ein Flügel (Foil), ins Wasser ragt, fährt man, einen Wing (Flügel/Segel) in der Hand haltend, vom Wind angetrieben, übers Wasser. „Die Kraft des Windes wird vom Wing über den Körper auf das Board übertragen“, erläutert Chris Sammer vom österreichischen Wing Foiling Spezialanbieter Duotone. Ab einer gewissen Geschwindigkeit, die auch mit relativ wenig Wind erreicht wird, sorgt der Auftrieb des Foils dafür, dass man, von ihm getragen, am Board stehend, über das Wasser schwebt.

Verwandt mit dem Wing Foiling ist das Pump Foiling. Dabei verwendet man ein kleines Board mit großem Foil, um ohne Segel, nur mit Körperbewegungen etwa von einem Steg aus, ebenso am Foil übers Wasser zu schweben.

AUSRÜSTUNG

  • Board – das „Brett“, auf dem man steht
  • Wing – der „Flügel“, der den Wind „einfängt“
  • Foil – unter dem Board befindet sich ein „Flügel“, der für Auftrieb sorgt. Auf diesem Flügel schwebt man.
  • Schutzausrüstung: Helm, Prallschutz-Schwimmweste, Neopren-Anzug mit langen Armen und Beinen sind „Pflicht“
  • Zubehör: je ein Leash (Leine) für Board und Wing
  • Kosten: ab € 2700,– bis € 3000,–
  • Österreichischer Wing Foiling Ausrüster: DUOTONE, duotonesports.com

DER EINSTIEG

Die Experten raten einen mehrtägigen Kurs (Leihausrüstung bietet die Sportschule) zu machen, bei dem man in logischen Schritten zuerst mit einem für Einsteiger geeigneten, relativ großen Board und dem Wing umzugehen lernt. Erstes Zwischenziel ist, mit Board und Wing am Wasser fahren zu können. Klappt das gut, ist das „Fliegen“ auf einem Einsteiger-Foil (relativ groß) das nächste, entscheidende Ziel.

INFOS, KURSE, VERLEIH

  • Schnupper Wing Foiling & Ausrüstungsverleih: Alfons „Alfi“ Kristans SUP & Boot am Wörthersee, sup-woerthersee.com
  • Wing Foiling-Kurse & -Ausrüstungsverleih: Sportschule Krainer am Brennsee in Feld am See, sportschule.at
  • Umfassende Infos & Tutorials: APP Duotone Wing Academy