Wer sich von Kooperationen erwartet, dass das eigene ‚Arbeiten‘, etwa im Bereich Kommunikation oder am Produkt weniger werden könne, wird enttäuscht“, warnt Hubert Ramskogler vom Südkärntner Bike-Pionier Petzen. Kooperationen eröffnen viele Chance und Möglichkeiten, Wunder wirken sie aber nicht. „Die Weiterentwicklung des eigenen Produkts, der Stärken und Besonderheiten muss selbst vorgetrieben werden“, weiß Ramskogler. Deshalb ist es wichtig vor Kooperationsentscheidungen strategische Überlegungen anzustellen und Schwerpunkte sowie Stoßrichtungen festzulegen.

Kornel Grundner, GF Leoganger Bergbahnen, Mastermind der Garvity Card, Sprecher der BÖSB (Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen). www.leoganger-bergbahnen.at

Hubert Ramskogler, Bike-Experte und Berater der Geschäftsführung der Petzen Bergbahnen, Sprecher von Flow Trails Kärnten. www.petzen.net

Unterschiedlichste Kooperationen

Für Seilbahnunternehmen stehen viele Möglichkeiten zur Wahl, etwa:

Gruppen mit gemeinsamem Produkt- und Qualitätsversprechen, die über kaufbare Produkte, sprich Tickets, verfügen. Bestes Beispiel ist die GRAVITY CARD, die 30 Bike-Destinationen vereint. „Durch die Gravity Card bekommen wir neue, vor allem deutsche Gäste, die sonst nicht nach Südkärnten kommen würden“, schwärmt Ramskogler. „Die Gravity Card ist ein 2008 von uns initiieren Zusammenspiel von Bike-Parks mit strengen Qualitätskriterien und gemeinsamer Saisonkarte“, erklärt Kornel Grundner, GF der Leoganger Bergbahnen die Card. www.gravity-card.com

Die BÖSB (Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen) sind eine Qualitäts-, Image- und Erfahrungsaustauschgruppe von 80 Seilbahnunternehmen. Alle geben Erlebnis-Qualitäts-Versprechen ab. „Wir als relativ kleines Unternehmen haben eine Mitgliedschaft geprüft, aber letztlich verworfen, weil wir nicht groß genug sind“, erzählt der Petzen-Berater. www.sommer-bergbahnen.at

MTB ZONE BIKE PARKS by Diddie Schneider – eine deutsch-österreichische (Petzen) Bike-Kooperation (3 Partner) mit Produkt- und Qualitätsschwerpunkt, sehr guten Mitarbeiter-Erfahrungsaustausch und den USP, beste Bikestrecken anzubieten, die allesamt von Strecken-Design-Genie Diddie Scheider entwickelt und gebaut wurden. www.mtbzone-bikepark.com

FLOW TRAILS KÄRNTEN ist eine regionale Themen- und Qualitätskooperation von fünf Kärntner Seilbahnunternehmen. Flowige Bike-Trails sind ihre Stärke. „Wir stellen uns gerade die Frage der Zukunftsausrichtung. Produkt, Qualität, Image und regionale Kommunikation sind klar. Ob wir ein Ticket mit Fokus auf regionale Biker, Familien und Urlauber schaffen, überlegen wir“, betont Ramskogler, Sprecher der Gruppe. www.flowtrails-kaernten.at

KÄRNTENS SOMMERBERGBAHNEN – einzigartiger Zusammenschluss aller 14 Seilbahnunternehmen mit Sommerbetrieb im Land. „Es arbeiten die sechs als BÖSB zertifizierten Kärntner mit den anderen acht Seilbahnunternehmen eng zusammen. Ziele: Imagewirkung & Bewusstseinsbildung in Kärnten. Gemeinsamer Auftritt zur Ansprache von im Land befindlichen Urlaubsgästen. Lobbying – Betonung der Rolle der Seilbahnen für den Sommertourismus. www.sommerbergbahnen-kaernten.at

Kritische Fragen stellen!

  1. WELCHE ZIELGRUPPEN will man ansprechen und sich wie spezialisieren – das gilt es zu prüfen und festzulegen. „Wir als BÖSB sehen, dass es je Zielgruppe und je Thema klare Angebote, die Erlebnis garantieren, braucht. Für jedes Thema haben wir Qualitätskriterien“, hält Kornel Grundner, Sprecher der BÖSB, fest.
  2. WELCHER NUTZEN wird erwartet? Etwa: Imagewirkung, Erfahrungsaustausch, Kommunikation bzw. Vermarktung ohne gemeinsames Produkt, substanzielle Vermarktung eines Ticket-Produkts, was wie bei der Gravity Card, mit Qualitäts- und Produktversprechen verbunden sein soll.
  3. WIE HOHER MITTELEINSATZ? Je höher die Kosten für die Teilnahme und die dem Gruppenschwerpunkt entsprechende Produkt-/Angebotsgestaltung, desto wichtiger ist ein großer Output. Denn nur wenn die Kosten-/Nutzenrelation deutlich positiv ausfällt, macht die Gruppenmitgliedschaft Sinn.